Andacht

Veröffentlicht am 17. Juli 2026 um 13:10

"... und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich?"
(Apg. 9,4)

"Vom Saulus zum Paulus." Eine der bekanntesten Redewendungen. Doch wofür steht sie, und was ist damit gemeint? Wer war Saulus – wer war Paulus? Nun, physisch betrachtet war es ein und dieselbe Person. Sowohl vor, als auch nach seiner rätselhaften Erscheinung auf dem Weg nach Damaskus. Aber eben nur physisch. Was geschah dort wirklich? War es nur ein einfacher Namenswechsel? Gewiss nicht! Diese Redewendung steht sinnbildlich für eine tiefgreifende Veränderung. Saulus war ein eifriger Diener der jüdischen Religion. Ein Mann voller Kraft und Weisheit, persönlich unterwiesen von den Höchsten Gelehrten Israels. Vollkommen überzeugt und seiner Sache gewiss, arbeitete er mit ganzer Hingabe für den "HERRN." Die Frage lautet nur, für welchen HERRN? Aus der Schrift können wir entnehmen, dass er die sogenannten Anhänger der "Neuen Lehre," also die ersten Christen, verfolgte. Warum aber so energisch, hartneckig und entschlossen? Nun, während seines Wirkens auf dieser Erde, war Jesus den religiösen Führern ein mächtiger Dorn im Auge. Und jetzt – nachdem er auf Golgatha "endgültig" beseitigt schien – folgte plötzlich die ernüchternde Feststellung, dass dieser Jesus noch etliche treue und fleißige Jünger hatte. Dessen nicht genug, verkündigten diese auch noch das Evangelium mit einer derart beispiellosen Kraft und Vollmacht, dass die Zahl der Christen ins unermessliche stieg. Alarmstufe rot für die damalige religiöse Elite. Diese Jünger mussten – koste es was es wolle – unbedingt bekämpft werden, da die Pharisäer ihre Ehre, Macht und Autorität in Gefahr sahen. Und so jagte Saulus die ersten Christen mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. Äußerst brutal und ohne Rücksicht. Bis zu jenem Tag. Ein ganz gewöhnlicher Tag. Saulus, gerade unterwegs nach Damaskus in "heiliger" Mission, fällt plötzlich zu Boden. Niemand geringerer als Jesus selbst stoppte ihn. Und jetzt achten wir mal auf seine Frage: "Saul, was verfolgst du mich?" Klingt das nicht etwas seltsam? Saul hatte doch die Christen, also Jesu Anhänger verfolgt. Wieso fragte dann Jesus, warum er IHN verfolgt?
Freunde, dahinter steckt nicht nur eine essenzielle, sondern gleichzeitig auch fantastische Botschaft für jeden Nachfolger Jesu. Über seine Gemeinde sagt der HERR in seinem Wort: Wer sie antastet, der tastet seinen Augapfel an. (Sacharja 2,12)
Warum also fragt Jesus: "Saul, was verfolgst du MICH?" Ganz einfach: Weil Jesus sich mit seiner Gemeinde identifiziert – zu 100%. Wer also gegen seine Gemeinde vorgeht, der bekämpft nicht Menschen, sondern GOTT. Selbstverständlich gibt es in der Gemeinde GOTTES auch Heuchler und unbekehrte Menschen. Doch der HERR wird seine Endzeitgemeinde durch Prüfungen läutern und reinigen. So wird am Ende ein Rest bleiben, den die Bibel die Übrigen nennt, das echte und reine Volk GOTTES.
Die große Frage lautet jetzt: Wo möchtest DU hingehören? Zu denen die GOTTES Gemeinde belächeln, verachten oder gar bekämpfen – oder zu denen, die Jesus von Herzen nachfolgen? Bedenke: Man kann auch in guter Absicht böses tun. Saulus verfolgte die Christen nicht etwa deshalb weil er ein "böser" Mensch war, sondern aus vollster Überzeugung, dass es sich hierbei um GOTTES Werk handelte.
Heute wird die Wahrheit nicht weniger, sondern noch weit intensiver bekämpft als damals. In der Geschichte dieser Welt, haben bereits unzählige Menschen GOTTES Gemeinde bekämpft. Zu allen Zeiten. Doch NIE konnte sie vernichtet werden. Ganz im Gegenteil. Durch Verfolgung – so zeigt es die Historie – wuchs und wuchs sie immer mehr und wurde immer stärker. Christus ist Sieger – was immer geschieht! Und all diejenigen, die IHM von Herzen nachfolgen und die Wahrheit – die ganze Wahrheit – lieben, werden zu Teilhabern seines Sieges. Dafür müssen wir uns aber bewusst entscheiden.
Oft hört man, es spiele keine Rolle was wir glauben ... hauptsache wir glauben überhaupt. Doch nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. In Johannes 18,37 sagt Jesus: "... wer aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme."
Es ist alles andere als egal, was man glaubt. Gäbe es sonst ein falsches Evangelium, von dem Paulus in Galater 1 ausdrücklich, und mit sehr scharfen Worten warnt? GOTTES wahre Gemeinde wandelt in der Wahrheit, wodurch es eng mit IHM verbunden ist. Meine geschätzten Freunde, lasst uns dieses Thema ernst nehmen. Die Schrift sagt uns in Johannes 8,32: "Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen."
DAS ist mein aufrichtiger Wunsch an uns alle. Möge der HERR uns diesen Wunsch erfüllen.