Warum lässt Gott Leid zu?
Kaum eine Frage beschäftigt Menschen so sehr wie die Frage nach dem Leid: Wenn Gott allmächtig ist und wenn Gott Liebe ist – warum gibt es dann so viel Leid auf dieser Welt? Warum verhindert Gott Kriege, Krankheiten, Katastrophen, Gewalt und Tod nicht einfach?
Um darauf eine Antwort zu finden, dürfen wir diese Frage nicht nur oberflächlich betrachten. Wir müssen einige grundlegende biblische Zusammenhänge verstehen.
GOTT ist Liebe – und GOTT zwingt niemanden
Ein entscheidender Schlüssel zum Verständnis dieser Frage ist der freie Wille.
GOTT hat den Menschen nicht als willenlose Maschine erschaffen. Er zwingt niemanden, ihn zu lieben oder ihm nachzufolgen.
Denn erzwungene Liebe wäre keine echte Liebe.
Jesus hat die Menschen nicht manipuliert und er zwingt auch niemanden, ihm nachzufolgen. Stattdessen hat er durch sein Leben und schließlich durch sein Opfer am Kreuz gezeigt, wie sehr er uns liebt.
Der Mensch darf darauf antworten.
Er darf sich für GOTT entscheiden – aber auch gegen ihn.
Diese Entscheidungsfreiheit gehört zu den kostbarsten Gaben, die GOTT dem Menschen gegeben hat.
Doch dabei wird etwas Entscheidendes häufig vergessen:
Der Mensch ist frei in seiner Entscheidung – aber nicht frei von den Konsequenzen seiner Entscheidung.
Was hat Sünde mit Leid zu tun?
Um die Frage nach dem Leid zu verstehen, müssen wir uns auch mit der Sünde beschäftigen.
Die Bibel beschreibt Sünde nicht lediglich als einzelne falsche Handlung. In 1. Johannes 3,4 lesen wir:
„Jeder, der die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit; und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.“
(1. Johannes 3,4 – Schlachter 2000)
Sünde trennt den Menschen von GOTT, der Quelle des Lebens. Wo sich der Mensch von GOTT und seinen Ordnungen entfernt, entstehen Folgen, die GOTT ursprünglich nicht für den Menschen vorgesehen hat.
Die Bibel bringt die letztendliche Konsequenz der Sünde sehr deutlich auf den Punkt:
„Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“
(Römer 6,23 – Schlachter 2000)
Leid und Tod sind damit nicht Ausdruck davon, dass GOTT keine Liebe hätte. Sie stehen im Zusammenhang mit der Sünde und der Trennung von GOTT.
Genau hier wird der freie Wille entscheidend: Wenn GOTT jede sündige Entscheidung verhindern würde, müsste er zugleich die Entscheidungsfreiheit des Menschen aufheben.
Warum verhindert GOTT die Sünde nicht einfach?
Damit kommen wir zu einer entscheidenden Frage.
Wenn Leid eine Folge der Sünde ist: Was müsste GOTT tun, um alles Leid von vornherein zu verhindern?
Er müsste die Sünde verhindern.
Doch genau hier entsteht das Problem.
Um jede Sünde unmöglich zu machen, müsste GOTT in die Entscheidungsfreiheit des Menschen eingreifen.
Er müsste letztlich sagen:
Du darfst dich nicht gegen mich entscheiden.
Damit wäre der freie Wille jedoch kein freier Wille mehr.
GOTT möchte keine Sklaven.
Er möchte Menschen, die sich freiwillig für ihn entscheiden und ihn aus Liebe annehmen.
Deshalb können wir zwar frei entscheiden, welchen Weg wir gehen – aber GOTT hebt nicht automatisch sämtliche Folgen unserer Entscheidungen auf.
GOTTES Gebote wollen uns nicht die Freiheit nehmen
Viele Menschen betrachten GOTTES Gebote als Einschränkung.
Sie sehen hauptsächlich:
„Du sollst nicht …“
Doch stellen wir uns einmal andere Gebote vor:
Du sollst nicht in eine Steckdose greifen.
Du sollst beim Überqueren einer Straße auf den Verkehr achten.
Du sollst keinen giftigen Pilz essen.
Würden wir solche Regeln als Einschränkung unserer Freiheit betrachten?
Nein.
Wir würden erkennen, dass sie uns schützen sollen.
Ähnlich dürfen wir GOTTES Gebote betrachten.
GOTT kennt die Folgen der Sünde. Seine Ordnungen sollen uns nicht das Leben verderben, sondern uns vor den Folgen eines Lebens schützen, das sich von ihm entfernt.
Warum hat GOTT Satan nicht sofort vernichtet?
Damit hängt eine weitere schwierige Frage zusammen:
Warum hat GOTT Satan nach seiner Rebellion nicht sofort vernichtet?
Auch hier spielt GOTTES Wesen eine entscheidende Rolle.
Satan stellte GOTT in ein falsches Licht und zog einen Teil der Engel auf seine Seite.
Hätte GOTT Satan und alle, die sich ihm angeschlossen hatten, unmittelbar vernichtet, wäre damit zwar der Rebell beseitigt gewesen – aber wären damit auch sämtliche Fragen beantwortet gewesen?
Oder hätten andere Geschöpfe möglicherweise begonnen, GOTT aus Angst zu gehorchen?
GOTT möchte keinen Gehorsam aus Angst.
Deshalb musste sichtbar werden, wohin die Rebellion gegen GOTT und die Trennung von ihm tatsächlich führen.
Das Böse musste sich offenbaren.
GOTT wird das Böse nicht für immer bestehen lassen. Doch sein endgültiges Handeln soll deutlich machen, dass sein Weg gerecht und seine Herrschaft von Liebe geprägt ist.
Ist GOTT also schuld am Leid?
Nein.
GOTT erfreut sich nicht am Leid.
Das Leid ist vielmehr eine Folge jener Trennung von GOTT, die durch die Sünde in diese Welt gekommen ist.
Dabei dürfen wir allerdings einen wichtigen Unterschied nicht übersehen:
Nicht jedes konkrete Leid eines Menschen bedeutet, dass dieser Mensch persönlich durch eine bestimmte Sünde dieses Leid verursacht hat.
Die Geschichte Hiobs zeigt sehr deutlich, dass diese Rechnung zu einfach wäre.
Hiob erlitt schwerstes Leid. Hinter den Kulissen spielte sich jedoch ein Konflikt ab, dessen Zusammenhänge Hiob zunächst überhaupt nicht kannte.
Deshalb sollten wir vorsichtig damit sein, über das persönliche Leid eines anderen Menschen zu urteilen.
Die Antwort GOTTES auf das Leid heißt Jesus Christus
Die biblische Botschaft endet nicht bei der Erklärung, woher Leid und Tod kommen.
Sie führt zu Jesus.
Als Jesus auf Golgatha starb, öffnete er dem Menschen den Weg zurück zu GOTT.
Der Mensch muss nicht für immer unter der Herrschaft von Sünde und Tod bleiben.
Jesus möchte in unserem Leben Raum bekommen und uns verändern.
Paulus beschreibt diesen Gedanken in Galater 2,20:
„Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir.“
Je mehr Christus unser Leben erfüllt, desto weniger Raum soll die Sünde darin bekommen.
Deshalb besteht GOTTES Antwort auf das Problem des Menschen nicht darin, ihn gewaltsam zum Guten zu zwingen.
GOTT ruft den Menschen vielmehr zurück zu sich.
Wie ist GOTT wirklich?
Die Bibel gibt darauf eine wunderbare Antwort:
„GOTT ist Liebe." (1. Joh. 4,8)
Satan möchte GOTT als Ursache des Leides darstellen.
Doch Jesus zeigt uns, wie GOTT wirklich ist.
GOTT möchte den Menschen nicht vernichten, sondern retten. Er hat in Christus einen Weg geschaffen, damit Sünde und Tod nicht das letzte Wort über unser Leben haben müssen.
Anstatt GOTT nur zu fragen: „Warum gibt es Leid?“, dürfen wir deshalb auch erkennen, wovor Christus uns retten möchte.
Das größte Leid – der endgültige Tod und die ewige Trennung von GOTT – muss nicht unser Schicksal sein.
Jesus hat einen Weg zurück zum Leben geschaffen.
Und genau das sollte uns motivieren, unser Leben GOTT anzuvertrauen und mit ihm zu gehen.
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