"Und er rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen." (Matth. 18, 2-3)
Welch tiefgreifende Botschaft auf dem Andachtsbild. Einfache Worte ... doch von großem Gewicht.
Werdet wie die Kinder, sagte Jesus. In diesem Zusammenhang gibt es etwas interessantes zu beobachten. Kinder schauen auf Erwachsene – und möchten werden wie sie.
Erwachsene schauen auf Kinder – und wünschen sich manchmal diese "unbeschwerte" Zeit zurück. Jesus appelliert und ermutigt uns, so zu werden wie sie. Doch:
Wie sind Kinder (im Regelfall)?
Worin sind sie uns um Meilen voraus?
Welche ihrer Wesenszüge möchte GOTT auch in uns wiederfinden?
Was können wir von ihnen lernen?
Lasst uns an dieser Stelle ein paar konkrete Eigenschaften von Kindern betrachten ... und darüber nachdenken.
1. Vertrauen:
"Kindliches Vertrauen." Diesen Ausdruck kennen wir alle. Und das nicht ohne Grund. Kinder vertrauen oft viel unbefangener als Erwachsene.
Während wir jede Möglichkeit abwägen, Risiken analysieren und uns Sorgen über das machen, was vielleicht passieren könnte, schenken Kinder ihr Vertrauen oft mit einer erstaunlichen Selbstverständlichkeit.
2. Vergebungsbereitschaft:
Streit ist oft nach wenigen Minuten wieder vergessen, und sie sind nicht nachtragend. Kaum haben sie sich versöhnt, spielen sie wieder miteinander, als wäre nichts gewesen.
Wir Erwachsene hingegen halten oft an Verletzungen fest, obwohl wir selbst jeden Tag von GOTTES Vergebung leben. Gerade darin können Kinder uns ein beschämendes Vorbild sein.
3. Grenzenlose, lebendige Vorstellungskraft:
Wie ist das, wenn wir GOTT um große, nahezu unmögliche Dinge bitten? Ist es nicht so, dass wir uns durch unseren Kleinglauben oft selbst im Wege stehn? Wir können uns nicht vorstellen, dass genau DAS geschehen wird.
Anders bei Kindern. Ihre Vorstellungskraft reicht bis ins "unendliche." Ganz gleich wie groß die Hürden auch erscheinen – in ihren Gedanken ist fast nichts unmöglich. Vielleicht möchte GOTT auch uns wieder ein Stück von diesem kindlichen Vertrauen schenken. Den Glauben, dass für ihn nichts unmöglich ist.
4. Einfachheit/Schlichtheit:
Kinder brauchen oft nur wenig, um glücklich zu sein. Ein kleiner Stock wird zum Schwert, ein Karton zum Schloss und eine Pfütze zum größten Abenteuer.
Wir Erwachsene dagegen suchen Erfüllung häufig an falschen Stellen, obwohl wir wissen, dass wahre Zufriedenheit nicht aus Überfluss, sondern aus einem dankbaren Herzen erwächst.
5. Lernbereitschaft:
Kinder haben keine Scheu, etwas nicht zu wissen. Sie stellen Fragen, hören zu, lassen sich korrigieren und freuen sich, wenn sie etwas Neues lernen.
Genau diese Haltung verlieren viele Erwachsene. Sie empfinden Korrektur oft als Angriff, statt sie als Chance zum Wachsen anzunehmen.
6. Abhängigkeit:
Kinder wissen, dass sie auf ihre Eltern angewiesen sind. Sie schämen sich nicht, Hilfe anzunehmen, sondern rechnen ganz selbstverständlich damit, versorgt zu werden.
Wir Erwachsene dagegen machen Unabhängigkeit häufig zum Ideal – obwohl die Bibel uns lehrt, dass wahre Stärke nicht in unserer Selbstständigkeit, sondern in unserer völligen Abhängigkeit von GOTT liegt.
7. Unvoreingenommenheit:
Kinder haben die wunderbare Fähigkeit, Menschen ohne "Schubladen" zu begegnen. Sie sehen nicht zuerst ihren Besitz, ihren Titel, ihre gesellschaftliche Stellung ... nein, sie sehen den Menschen selbst.
Wir Erwachsene hingegen lassen uns nicht selten von Vorurteilen und Äußerlichkeiten leiten, wodurch wir den ungetrübten Blick – den GOTT sich auch für uns wünscht – verlieren.
Ja Freunde, wir könnten die Liste noch um etliches ergänzen. Warum stellt Jesus ausgerechnet Kinder als Vorbild hin?
Ich denke die Antwort liegt auf der Hand. Um wieviel leichter, schöner und unbeschwerter könnte unser Glaubensleben doch sein? Die Zeit ist nahe, unser HERR kommt bald! Was für eine Welt wird er wohl vorfinden? Eine gläubige, treue und ihn liebende ... oder eher eine vollkommen gefallene, in Sünde verstrickte und unbußfertige Menschheit? Die Entscheidung liegt bei jedem persönlich. Wo möchtest du stehen, wenn unser HERR wiederkommt? Wenn wir zu jenen gehören möchten, zu denen ER die Worte: "Kommt her ihr gesegneten meines Vaters!" sagt, dann sollten wir umkehren, und werden wie die Kinder.
GOTT gebe uns die Kraft, das Wollen und Vollbringen dazu – ganz nach seiner Verheißung.