"Endlich aber seid alle gleichgesinnt, mitleidig, voll brüderlicher Liebe, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil, segnet, weil ihr dazu berufen seid, Segen zu erben." (1. Petr. 3, 8-9)
Vor einiger Zeit las ich folgenden interessanten Satz:
"Wenn du dich rächst, bist du für einen Moment glücklich. Wenn du vergibst, dein ganzes Leben lang."
Kaum jemand wird dieser Aussage widersprechen. Wir wissen dass Vergebung der bessere Weg ist ... und dennoch zeigt der Alltag stets auf's neue, wie schwer das fällt. Sind wir immer geduldig, immer sanftmütig und immer Herr über unser Verhalten und unsere Reaktionen? Wer könnte von sich behaupten, in jeder Lage vollkommen selbstbeherrscht zu sein, und stets so zu handeln, wie Christus es tun würde? Liegt nicht genau hier der Has im Pfeffer? Theoretisch können wir das alle, doch zwischen Theorie und Praxis passen manchmal ganze Welten – und wir erleben, wie die Praxis uns leider noch viel zu oft einholt.
Was tust du, wenn du ungerecht behandelt wirst?
Was tust du, wenn dir etwas in die Schuhe geschoben wird womit du nichts zu tun hast?
Was tust du, wenn dir der Führerschein entzogen wird, obwohl du völlig normal gefahren bist, jedoch das Radargerät defekt war?
Wir könnten noch tausend Dinge aufzählen die uns im täglichen Leben begegnen. In dieser Welt ist Ungerechtigkeit an der Tagesordnung ... und das macht auch vor uns nicht Halt. An genau dieser Stelle möchte ich unsere Gedanken umlenken. Lasst uns auf jemanden blicken, dem Ungerechtigkeit täglich begegnete. Es ist niemand geringeres als Jesus. Kaum ein Tag, an dem die religiösen Führer ihm nicht nachstellten. Mit listigen Fangfragen wollten sie ihn zu Fall bringen, und suchten unaufhörlich nach Möglichkeiten, ihm das Leben zu erschweren. Ganz besonders aber in seinen letzten Stunden, denn hier erlebte unser Erlöser enorm viel Leid und Ungerechtigkeit. Der Verrat durch Judas ... die Anhörung im Haus des Hohepriesters mit korrupten Zeugen ... die heftigen Anklagen vor Pilatus die jeglicher Grundlage entbehrten ... die schmerzvollen Peitschenhiebe, die Dornenkrone uvm. Ist dir in diesem Zusammenhang etwas aufgefallen? Nicht ein Widerwort von Jesus. Bereits Jahrhunderte zuvor prophezeite Jesaja, wie Jesus dem ganzen begegnen würde: "Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf." (Jes. 53,7)
Ja, er ertrug es schweigend in aller Stille. Keine Rachegedanken, kein Hass im Herzen, kein böses Wort. Ganz im Gegenteil. Am Kreuz rief er: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!"
Vielleicht befindest du dich gerade in solch einer Situation, wo dir jemand Unrecht getan hat oder tut. Vielleicht bist du wütend und überlegst wie du es ihm heimzahlen kannst. Dann möchte ich dich von Herzen ermutigen, auf Jesus zu schauen. All das was er gelitten hat, war für Dich und mich. Mein geschätzter Freund, wir haben verdient, was ER bekommen hat. Darüber sollten wir öfters nachdenken.
Nimm dir täglich Zeit, um über die letzten Stunden Jesu' nachzusinnen. Das Kreuz ist die höchste Schule, um Demut und Vergebung zu lernen. Dort verlieren Rache, Hass, Wut und alle bösen Gedanken nach und nach ihre Macht, bis sie schließlich ganz verschwinden. Nimm dir Zeit, richte deine Augen auf's Kreuz, und blicke ins Angesicht Jesu. Dort wirst du erkennen, wie Tränen unbegreiflicher Liebe zu DIR, seine gezeichneten Wangen hinabrinnen.
Wie sehr hat ER um unseretwillen gelitten? Mein Freund, er litt auch für den, der dir Unrecht getan hat. Ja, für ihn litt er sogar besonders, weil er schon lange im voraus sah, wie Satan die Menschen durch Hass, Wut, Zorn und Groll unter seine Kontrolle bringen möchte. Bete für deinen Feind ... bete für den der dir Unrecht tut, denn er braucht Jesus sehr. Ob es ihm bewusst ist oder nicht, spielt erstmal keine Rolle. Aber solange es DIR bewusst ist, kannst du für ihn beten. Was die immense Kraft des Gebets anbetrifft, bedarf es an dieser Stelle keiner weiteren Worte. Wir werden im wahrsten Sinne des Wortes, wahre Wunder erleben. Die edelste Form einen Feind zu besiegen, ist die, ihn zum Freund zu machen. Was bei den Menschen völlig unmöglich scheint, ist für GOTT ein "Kinderspiel." Und wenn dein Feind GOTTES Angebot der Gnade bis zum Ende ablehnt, wird der HERR von ihm Rechenschaft fordern. In seiner berühmten Bergpredigt forderte Jesus nicht nur dazu auf unsere Feinde zu lieben und für sie zu beten, sondern lebte diese Worte selbst – bis zum letzten Atemzug. Spätestens am Kreuz wirst du es erkennen. Und wie befreiend das tatsächlich ist, können die schönsten Worte nicht beschreiben. Umso mehr sollten wir uns danach sehnen, es zu erleben.
Möge der HERR uns bei diesem Schritt ganz besonders helfen.